HSG Hochheim/Wicker

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30.03.2018Bild: Hessenmeister-Trainer Jens Klein (rechts) und Daniel Rossmeier (links) im Doppelinterview

Hessenmeister-Interview mit Jens Klein und Daniel Rossmeier, Trainer HSG Hochheim/Wicker

„Double, Feier, Erfolgsgeheimnisse und Ausblick“

Manuel Pelzer – Pressewart der HSG (MP): Hallo Jens, hallo Daniel, zunächst einmal Glückwunsch zur Hessenmeisterschaft! Habt ihr die Meisterschaft auch ordentlich gefeiert?

Jens Klein (JK): Am Abend der Hessenmeisterschaft haben wir mit den Jungs, den Eltern, dem Vorstand und dem Förderverein gefeiert. Das gehört natürlich dazu nach so einer tollen Saison. Irgendwann war natürlich mal Schluss mit feiern, die Jungs mussten ja am nächsten Tag in die Schule. Daniel und ich haben mit dem Vorstand und dem Förderverein, der die Feier für die Jungs geschmissen hat, noch etwas länger Gas gegeben (lacht).

Daniel Rossmeier (DR): Ja, wir können alle stolz auf das sein, was wir erreicht haben. Zum einen die Hessenmeisterschaft, zum anderen hat Alexander Schmidt mit unserer zweiten Mannschaft die Bezirksoberligameisterschaft gewonnen. An so ein Double kann ich mich lange nicht mehr erinnern. Aber wie es im Jugendbereich so ist, jetzt stehen bereits schon wieder die Qualifikationsrunden für die nächste Saison an.

 

MP: Bevor wir nach vorne schauen, könnt ihr ein paar Einblicke geben, was es an Highlights in der Saison gab?

DR: Das Spiel gegen die Bundesliga-Nachwuchsmannschaft der Rhein-Neckar-Löwen im Rahmen des Tages der Junglöwen war sicher eines der Highlights. Es war nicht nur das hochklassige Spiel und der Sieg an sich, sondern auch das Rahmenprogramm und das Come-Together mit den Profis. Jens und der Leiter des Junglöwen Handball-Nachwuchsleistungszentrum, Rolf Bechthold, haben über die Entwicklung früherer Jugendauswahlspieler erzählt, die nun Starspieler sind. Dabei haben sie aufgezeigt, was man dafür machen muss. Ein erfolgreicher, spannender und einzigartiger Tag für unsere Jungs.    

JK: Der Turniersieg in Schweden. Das Einlaufen in die Arena bei Lichteffekten. Die anschließende Siegerehrung mit Lasershow, Nebel auf dem Podium, Medaillen und tosendem Applaus – ganz wie die Profis.  Das wird sicherlich ein unvergessener Augenblick in der noch jungen Karriere der Akteure bleiben. Noch ganz frisch und zum guten Schluss der Saison natürlich die Hessenmeisterschaft.

MP: Was  zeichnet diesen Jahrgang 2003/04 aus? Wie kommt es zu so einer unglaublichen Saison? Eine Saison ohne Niederlage.

JK: Im Prinzip haben wir nur das gemacht, was ich in einem Interview vor ein paar Jahren zur Bezirksauswahl des Jahrgangs 2003 bereits gesagt hatte. Mehr nicht.

MP: Verrätst du uns was für ein Interview? Und was genau?

JK: Die Entwicklung talentierter Spieler gleicht einem Marathon und keinem Sprint. Vor genau vier Jahren habe ich als verantwortlicher Auswahltrainer des Jahrgangs 2003 in der Handball-Zeitung (Anm. der Redaktion: handball-zeitung.de, HBZ-Jugendförderung-Interview mit Jens Klein, Kadertrainer Jahrgang 2003) ein Interview gegeben, worin ich geschildert habe, was ich mit diesen Jungs vorhabe. Ein Großteil der Auswahlspier spielt in unserer HoWi Mannschaft, von daher haben sie all diese Stufen durchlaufen. 

MP: Neben der langfristigen Talententwicklung, was würdest du noch aus dem früheren Interview oder der Philosophie als Erfolgsgeheimnis hervorheben?

JK: Sicherlich die etwas balkanorientierte Trainingsphilosophie.  Dies liegt daran, dass ich in jungen Jahren selbst unter Velimir Petkovic (Anm. der Redaktion: aktuell Trainer der Füchse Berlin) gespielt habe. Das bedeutet: Individuelle Ausbildung vor Gruppentaktik, vor Mannschaftskonzept! Warum? Ohne eine gute individuelle Ausbildung wird es später schwer sein ein erfolgreiches, kooperatives Spiel aufzuziehen. Nur wenn ein Spieler torgefährlich ist, unter anderem durch ein hohes Repertoire an Wurfvarianten, bindet er die Abwehrspieler und es entstehen Überzahlsituationen für die Mitspieler.

MP: Trainiert ihr mehr als andere Mannschaften?

DR: Wahrscheinlich sogar etwas weniger als manch andere Oberligisten. Wir sind davon überzeugt, dass die Jungs Regenerationstage brauchen und sich auch mal mit Freunden treffen sollen. Und dann gilt es ja auch noch die Schule erfolgreich zu absolvieren. Von daher versuchen wir dann umso konzentrierter und effizienter im Training zu arbeiten. Wir trainieren dann auch direkt zwei Stunden am Stück mit der Idee, Handball und Athletik zu kombinieren.

MP: Schauen wir nach vorne. Mit der zukünftigen B1-Jugend seid ihr bereits für die Oberliga Hessen qualifiziert. Das Trainerteam macht weiter?

DR: Ja, das Trainerteam bleibt zusammen. Zusätzlich ergänzt Marc Podesta, ein früherer A-Jugend Bundesligaspieler, das Team. Wir streben mit der B2-Jugend ebenfalls eine gute Spielklasse an. Da wir gerade über Trainingsintensität gesprochen haben - wir werden dreimal die Woche trainieren. Für die Auswahlspieler kommt durch den Hessischen Handballverband eine weitere Trainingseinheit dazu.

JK: Mit dem Wechsel in die B-Jugend werden die nächsten Entwicklungsschritte eingeleitet. Um weiterhin mit den Bundesliganachwuchsmannschaften und Internaten mithalten zu können, werden wir das Trainerteam auch noch mit einem renommierten Athletiktrainer ergänzen. Hier ist Christian Weilbächer unser Favorit. Er bringt sehr viel Erfahrung auch im Jugendbereich mit, kennt die DHB Athletikanforderungen und geht das Thema ganzheitlich und professionell an

DR: Wir sind sehr dankbar, dass der Vorstand der HSG Hochheim/Wicker unser Konzept unterstützt. Auch die Fördervereine aus Hochheim und Wicker unterstützen die Jugendarbeit. Wir hoffen, dass wir alle Jungs weiter voranbringen werden. Die nächste Saison wird für die B1 und B2 Mannschaft ein Lehrjahr, als hauptsächlich jahrgangsjüngere Mannschaft. Aber das bringt oft mehr Entwicklung als eine Saison ohne Niederlage, wie dieses Jahr.

MP: Daniel und Jens, vielen Dank für das offene und interessante Interview. Genießt den Erfolg gemeinsam mit den Jungs noch etwas! Viel Erfolg für die Qualifikation und Vorbereitung auf die neue Saison. 

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